Kompost anlegen – natürliche Abfallentsorgung und Düngung

Kompost anlegen: Standort und Jahreszeit beachten

Einen Komposthaufen anlegen ist nicht schwer. Bodenlebewesen und sonstige Tiere freuen sich über so einen Platz.

Die Natur hat sich den Prozess gut ausgedacht: Abfälle der Natur verotten zu Humus – zusammengefasst ist dies das älteste Recyclingverfahren der Welt. Bei der Kompostierung wird dieser natürliche Prozess im eigenen Garten genutzt. Dabei kann je nach anfallender Menge und Platzbedarf vom einfacher Haufen über den Schnellkomposter bis hin zur Wurmkiste (Anleitung siehe unten) auf dem Balkon so ziemlich alles genutzt werden.

Welche Vorteile bietet ein Kompost?

Kompostierung hat diverse Vorteile: Küchen- und Gartenabfälle, die sonst aufwendig über die Abfallwirtschaften entsorgt werden müssten, können im Garten verwertet werden. Kosten, Lärmbelästigung und Schadstoffemissionen werden verringert. Der bei der Kompostierung entstehende Kompost ist ein idealer Dünger für den Garten. Auch können Stellen, die eine Auffüllung mit Erde benötigen, so ohne die Notwendigkeit einer Anlieferung von Mutterboden, begradigt werden. Blumen lassen sich wunderbar mit Komposterde pflanzen. Die entstehende Erde trägt zur Bodenverbesserung des Gartens bei, denn Komposterde erhöht die Bodenfruchtbarkeit und fördert das Bodenleben.

Damit der Prozess der Verrottung schneller von statten geht, sind wir auf die Hilfe von Bodenlebewesen angewiesen. Diese beschleunigen den Zersetzungsprozess. Nicht nur wir Menschen haben dabei den Nutzen der entstehenden, nährstoffreichen Erde. Viele tierischen Gartenbewohnern ernähren sich von den Abfällen. Auch bietet ein Komposthaufen Lebensraum für einige Tiere. Welche dies sind und wie ein Komposthaufen angelegt wird, haben wir Ihnen nachfolgend zusammengefasst.

Warum ist das Anlegen eines Kompostes wichtig für unsere tierischen Gartenbewohner?

Ein Kompost zieht vor allem Bodenlebewesen wie Regenwürmer, Käfer und Asseln an. Diese sind maßgeblich am Zersetzungsprozess beteiligt. Sie finden im Kompost neben ausreichend Nahrung auch das ideale Klima. Feucht-warm, so lieben es auch Blindschleichen, Ringelnattern und Igel. Sie alle suchen ebenfalls Unterschlupf im Komposthaufen. Dieser bietet ihnen auch einen Ort zum Überwintern.

Neben dem Kompost selbst, ist auch die umliegende Bepflanzung ein gern genutzter Lebensraum. Da der Kompost meist in einem abgelegeneren Teil des Gartens aufgebaut ist, bietet es sich an, hier Brennnesseln wuchern zu lassen. Sie dienen Schmetterlingen als Eiablageort.

Wie sollte ich einen Kompost anlegen, damit sich Nützlinge ansiedeln?

Standort

Am besten wird der Kompost an einem (halb-)schattigen Platz auf offenem Boden positioniert. Ein gut durchlüfteter Kompost stinkt im Regelfall nicht. Dennoch muss dieser wohl nicht direkt unter dem eigenen Küchenfenster platziert werden. Wichtig ist, dass der Kompostplatz bequem erreichbar ist, um schnell Abfälle abladen und frische Erde aufnehmen zu können. Denken Sie bei der Platzwahl auch an die Nachbarn: Ein ausreichender Abstand zur Grundstücksgrenze wart den Frieden, vor allem, wenn Fenster oder Terrasse der Nachbarn in direkter Nähe liegen.

 

Jahreszeit

Je nach Jahreszeit dauert es sechs Monate bis ein Jahr, bis sich die groben Pflanzenreste in dunkle Humuserde verwandelt haben. Gegebenfalls sind noch grobe Holzstücke oder z.B. Eierschalen zu sehen. Reife Komposterde duftet angenehm nach Erde aus dem Wald.  Wer mehrmaliges den Kompost umschichtet oder durchmischt, kann den Vorgang beschleunigen.

Kompost selber bauen

Kompost selber bauen: Tipps vom Profi

Nützlinge freuen sind, wenn Sie einen Kompostbehälter aus Holz bauen. Hier finden diese eine natürlichere Umgebung vor, als wenn der Behälter aus Metall oder Kunststoff gefertigt wird. Die Verwendung von Restmaterialien wie z.B. alten Paletten ist möglich.

Der klassische Komposthaufen ist dreiteilig aufgebaut. Die ersten beiden Abteile, die jeweils z.B. an den Seiten 1,50 m messen können, stehen in der Sonne. Ein am Boden angebrachtes Drahtgitter kann das Eindringen von Nagern verhindern. Die Wärme der Sonne beschleunigt den Zersetzungsprozess und sorgt zudem dafür, dass die darin lebenden Nützlinge ein angemessenes Klima vorfinden. Die dritte Box, in der der fast fertige Kompost ruht, sollte hingegen im Schatten liegen. Die Zersetzungsprozesse produzieren hier bereits eine ausreichende Wärme. Um größeren Tieren wie dem Igel den Eintritt zu erleichtern, bietet es sich an, eine Öffnung am Boden zu schaffen. Ist diese mindestens 13 x 13 cm groß, werden unsere kleinen Freunde sie schnell finden und nutzen.

Neben dem Aufbau des Komposts ist auch die Pflege wichtig: Nach ein paar Monaten wird umgeschichtet. Dabei wird der verrottete Kompost gesiebt und in den nächsten Behälter gefüllt. In die erste Box werden organische Garten- und Küchenabfälle, die in der Saison entstehen, gegeben. Grundsätzlich sollte dieser alle acht Wochen durchgemischt werden. Wenn Sie aber den Tieren etwas Gutes tun wollen, stören Sie sie nicht unnötig und überlassen den Komposthaufen so gut es möglich ist sich selbst. Die organischen Abfälle werden trotzdem zersetzt werden.

Kompostieren für Anfänger: Beschleunigen Sie die Kompostierung

Damit der nötige Verrottungsvorgang in Gang gebracht wird, müssen für die Mikroorganismen günstige Bedingungen geschaffen werden. Dazu sollte Ihr Kompost gut durchlüftet und feucht, aber nicht nass, sein. Eine möglichst große Oberfläche ist ebenfalls wichtig.

Mehrere Schichten aus verschiedenen Materialen sind von Vorteil. So sollte der Kompost mit möglichst unterschiedlichen Kompostmaterialien gut gemischt aufgesetzt werden. Trockenen Gartenabfällen wie etwa Rindenmulch, Strauchschnitt, Holzmehl oder Stroh können immer wieder hinzu gegeben werden. Mischen Sie die groben Abfälle wie Strauchschnitt mit feinen Abfällen wie etwa Rasenschnitt. Grobstrukturierter Baum- und Strauchschnitt sollte vor der Entsorgung auf dem Kompost zerkleinert werden. So beschleunigen Sie den Verrottungsprozess und vermeiden Sie, dass die verkeilten Äste den Kompostkasten direkt „überfüllen“.

Trockene (Laub) und feuchte (Gemüsereste) Abfälle füllen Sie dabei auf. Achten Sie darauf, diese nicht zu verdichten. Der daraus entstehende Sauerstoffmangel lässt den Kompost verfaulen. Hinweise darauf sind unvollständig zersetztes Material und ein unangenehmer Geruch.

Die Komposterde können Sie ideal zum Pflanzen von Blumen und zum Auffüllen von „Bodenlöchern“ nehmen. Auch zur Bodenverbesserung im Garten und als Dünger ist die Erde bestens geeignet.

Obacht bei Entsorgung von Unkraut und erkrankten Pflanzenteilen

Die Samen und Wurzeltriebe von Unkraut werden bei der Kompostierung im Regelfall nicht abgetötet. Auch mit der Entsorgung von erkrankten Pflanzen oder Früchten müssen Sie vorsichtig sein. So können diese durch das Ausbringen der frischen Erde erneut im Garten verteilt werden. Solche Gartenabfälle können also bestenfalls über den Biomüll entsorgt werden.

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