Wanzen

Blumenwanzen (Anthocoridae)

Blumenwanze (Anthocoridae)

Kennzeichen der Blumenwanze

Blumenwanzen sind mit einer Größe von bis zu 5 mm sehr klein. Ihr Chitinmantel ist sehr weich und wird daher selten als Panzer bezeichnet. Sie besitzen einen Stechrüssel, den sie unter den Kopf klappen können, so dass er von oben nicht zu sehen ist. Außerdem haben sie ebenso wie Käfer sechs Beine.

So leben Blumenwanzen

Weltweit finden sich ca. 600 Arten. In Mitteleuropa sind rund 50 Arten zu finden. Blumenwanzen halten sich gerne auf Blüten und Blättern von Bäumen und Sträuchern auf. Diese Wanzen leben räuberisch und ernähren sich von verschiedenen Insekten. Sie injizieren Tieren ihren Verdauungssaft und saugen den entstandenen Nahrungsbrei mithilfe ihres Stechrüssels aus der Beute.

Diesen Nutzen bringen uns Blumenwanzen

Aufgrund ihrer Spezialisierung auf Tiere mit weicher Haut, werden Blumenwanzen auch im Erwerbsanbau eingesetzt. Hilfreich ist, dass diese in Gewächshäusern zahlreiche Schädlinge vertilgen. Sie fressen z.B. Blattläuse, Weiße Fliegen, Thripsen oder Spinnmilben.

So können Blumenwanzen im Garten angesiedelt werden

Ein warmes Plätzchen ist für Blumenwanzen unerlässlich. Sie verstecken sich gerne unter Totholz, Reisig oder Steinen. An diesen Orten überwintern sie auch. Neben dem geeigneten Unterschlupf benötigen sie ein passendes Jagdrevier. Hierbei bevorzugen sie vielfältige Blühpflanzen.

Davon ernähren sich Blumenwanzen

Blumenwanzen haben sich je nach Art auf Blattläuse, Weiße Fliegen, Thripsen, Fransenflügler oder Spinnmilben spezialisiert. Deren weiche Haut können sie problemlos mit ihrem Stechrüssel durchdringen.

Interessante Zusatzinformation über Blumenwanzen

Verschiedene Arten der Blumenwanze, z.B. die Orius minutus, wird in Weinbau gerne gesehen, da sie auf Spinnmilbenjagt gehen.

Rund um den Naturgarten

Nützlinge unter der Lupe

Raubwanzen (Reduviidae)

Raubwanze / Schreitwanze (Reduviidae)

Kennzeichen der Raubwanze

Ebenso wie die Blumenwanze sind Raubwanzen sechsbeinig und ähneln den Käfern. Sie zeichnen sich durch einen harten Panzer aus. Zudem besitzen sie einen langen, kräftigen Stechrüssel, mit dem sie auch größere Beute aufnehmen können. Dieser kann ebenfalls, wie bei den Blumenwanzen, nach hinten unter den Kopf geklappt werden. Um die meist sehr wehrhafte Beute festhalten zu können, haben einige Arten kräftige Vorderbeine entwickelt. Die Raubwanze wird auch Schreitwanze genannt.

So leben Raubwanzen

In Gräsern und Hecken halten sich die verschiedenen Raubwanzenarten gerne auf, genauso wie in Bäumen und Sträuchern. Dort fangen sie ihre Beute. Erwischen sie ein Tier, wird der Rüssel hineingestochen und der Verdauungssaft injiziert. So entsteht ein Nahrungsbrei, der ebenfalls durch den Stechrüssel ausgesaugt wird.

Haben sich die Raubwanzen gepaart, legen sie Eier. Anders als bei Käfern schlüpfen dann Jungtiere, die sich nicht verpuppen, sondern die Entwicklungsstadien so durchlaufen. Sie ähneln daher in allen Lebensphasen den erwachsenen Tieren. Wenn die kalte Jahreszeit anbricht, überwintern die erwachsenen Tiere und die Larven an geschützten Orten. Die Eier können aber ebenfalls den Winter überstehen.

Diesen Nutzen bringen uns Raubwanzen

Raubwanzen erbeuten viele Schädlinge und sind daher im Garten gern gesehene Gäste. Spinnmilben, Blattläuse, Thripse und Weiße Fliegen stehen z.B. auf ihrem Speiseplan. So werden Raubwanzen auch zur biologischen Schädlingsbekämpfung in Gewächshäusern eingesetzt. Die Große Raubwanze ist zudem auf Bettwanzen spezialisiert und kommt daher auch in geschlossenen Räumen vor.

So können Raubwanzen im Garten angesiedelt werden

Wanzen benötigen warme Orte. Unter Totholz, Steinen und Reisig finden sie den geeigneten Unterschlupf. Darüber hinaus lieben sie Gärten, in denen möglichst viele verschiedene Blühpflanzen wachsen.

Davon ernähren sich Raubwanzen

Der Speiseplan der Raubwanze ist gut gefüllt. Sie fressen andere Wanzen und Käfer. Je nach Art erbeuten sie zudem Blattläuse, Thripsen, Spinnmilben und Raupen

Interessante Zusatzinformation über Raubwanzen

Fühlen sich Raubwanzen bedroht, stechen sie zu. Für den Menschen sind diese Stiche sehr schmerzhaft. Zudem dauert der Heilungsprozess der Einstichstelle verhältnismäßig lange. Haustiere werden von den Raubwanzen aber nicht angegriffen.