Staudenbeet anlegen und Nützlingen Nahrung, Verstecke und Nistplätze bieten

Staudenbeet anlegen leicht gemacht mit einem Pflanzplan

Staudenbeet bieten Nützlingen vielfältige Nahrung, Verstecke und Nistplätze.

Staudenbeete blühen die gesamte Saison über und geben auch im Winter dem Garten noch eine gewisse Struktur. Zudem sind die meist anspruchslosen Pflanzen oft sehr pflegeleicht. Das macht diese auch für Gartenneulinge interessant. Nützlinge freuen sich ebenfalls über vorhandene Stauden. Insekten, Vögel und Kleintiere wie Eidechsen nehmen ein Staudenbeet schnell als Lebensraum an. In einem vielfältigen Staudenbeet wachsen Pflanzen, die die Nützlinge geradezu einladen und ihnen Verstecke, Nahrung und Nistplätze bieten. So dürfen Sie sich das ganze Jahr über auf das bunte Treiben und Summen freuen. Was Sie beim Anlegen eines nützlingsfreundlichen Staudenbeetes beachten sollten, haben wir Ihnen nachfolgend beschrieben.

Warum ist das Anlegen eines Staudenbeetes wichtig für unsere tierischen Gartenbewohner?

Insekten anlocken durch Stauden pflanzen

Nützlingsfreundliche Pflanzen wie der Sonnenhut locken Schmetterlinge, Bienen, Hummeln und Co. in Ihren Garten.

Staudenbeete dienen aufgrund der starken Verästelung und dem dichten Wachstum der Pflanzen als Versteckmöglichkeiten für Tiere wie Eidechsen, Schlangen und Spitzmäuse. Des Weiteren bieten die zahlreichen Blüten Nahrung für Bestäuberinsekten wie Bienen, Hummeln und Schmetterlinge und locken diese damit in großer Zahl an. Doch nicht nur Insekten finden Nahrung im Staudenbeet, sondern auch Vögel. Diese ernähren sich im Winter von den Samenständen der Pflanzen. Aus den Stängel und Blätter der Stauden bauen Insekten Nester. Raupen freuen sich dabei über diese zusätzliche Nahrungsquelle.

Was ist beim Anlegen eines Staudenbeetes zu beachten, damit sich Nützlinge im Garten ansiedeln?

Um eine konstante Versorgung der Insekten mit Pollen und Nektar gewährleisten zu können, empfiehlt es sich, verschiedene Stauden anzupflanzen, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen. Von Mai bis Juli blüht z.B. die Bergflockenblume (Centaurea montana), von Juni bis August der Schuppenkopf (Cephalaria), von August bis September die Sonnenbraut (Helenium) und den Abschluss der Saison bildet von Juli bis Oktober das Sonnenauge (Heliopsis). Diese Zusammenstellung ist nur eine Möglichkeit das Staudenbeet insektenfreundlich zu gestalten.

 

Standortwahl beachten

  • Wer im Staudenbeet Halbschatten zu erwarten hat, kann folgende Stauden pflanzen: Waldaster (Eurybia divaricata), Teppichglockenblume (Campanula portenschlagiana), Fingerhut (Digitalis), Nießwurz (Helleborus), Christrose (Helleborus niger) und Taglilien (Hemerocallis). Sie bieten zudem Nahrung für die fliegenden Bestäuber wie Bienen, Hummeln und Schwebfliegen. Für Nachtfalter können Sie darüber hinaus Nachtviole (Hesperis matronalis) und Baldrian (Valeriana) pflanzen.
  • Auch an sonnigen Standorten wachsen viele Stauden. Auf nährstoffreichem, feuchtem Boden empfiehlt es sich, die folgenden Stauden zu ziehen: Eisenhut (Aconitum), Stockrose (Alcea rosea), Aster (Aster), Ochsenauge (Buphthalmum salicifolium), Sonnenhut (Echinacea) und Moschusmalve (Malva moschata), Katzenminze (Nepeta cataria) sowie Nelken-Leimkraut (Silene armeria).
  • Den Platz an der Sonne, aber auch nährstoffarmem, trockenem Boden lieben Scharfgarbe (Achillea), Duftnessel (Agastache), Kamille (Matricaria chamomilla), Aster (Aster), Distel, Bergminze (Calamintha nepeta), Wilder Majoran (Origanum vulgare), Seifenkraut (Saponaria officinalis), Taubenkopf-Leimkraut (Silene vulgaris) und die Yucca (Yucca filamentosa).

 

Auch im Winter für Nahrung und Schutz sorgen

Um den Vögeln im Winter die Möglichkeit zu geben, von den Samenständen der Stauden zu naschen, sollten Sie diese nicht schon im Herbst, sondern erst im Frühjahr zurückschneiden. Darüber hinaus können Sie im Winter das herabgefallene Laub auf dem Beet belassen. Es dient zum einen den Pflanzen als Winterschutz und zum anderen als Versteck für Kleintiere.

 

Ungefüllte Blüten, pollen- und nektarreiche Sorten wählen

Nicht alle Blüten sind gleich gut als nützliche Pflanzen für Insekten geeignet. Manche Blüte mag noch so prächtig aussehen – die Pollen und der Nektar wurden aber weggezüchtet. Gefüllte Sorten mit rüschiger Mitte erschweren Insekten den Zugang zum begehrten süßen Saft. Wählen Sie daher ungefüllte Sorten. Bienenfreundliche Stauden liegen gerade im Trend! An welchen Stauden sich eine Ganze Bandbreite an Nützlingen erfreut, haben wir Ihnen zusammengestellt.

Nützlingsfreundliche Pflanzen für Ihr Staudenbeet

  • Purpurleinkraut (Linaria purpurea)
  • Kugelblume (Globularia bisnagarica)
  • Wilde Malve (Malva sylvestris)
  • Herbstanemone (Anemone hupehensis)
  • Steinklee (Melilotus officinalis)
  • Lungenkraut (Pulmonaria officinalis)
  • Baldrian (Valeriana officinalis)
  • Wiesensalbei (Salvia pratensis)
  • Sonnenhut (Echinacea)
  • Glockenblume (Campanula)
  • Gewöhnliche Wiesenschafgarbe (Achillea millefolium)
  • Diptam (Dictamnus albus)
  • Ackerrittersporn (Consolida regalis)
  • Immenblatt (Melittis melissophyllum)
  • Moschusmalve (Malva moschata)
  • Akelei (Aquilegia vulgaris)
  • Brennnessel (Urtica dioica)
  • Spitzwegerich (Plantago lanceolata)
  • Natternkopf (Echium vulgare)
  • Mädesüß (Filipendula ulmaria)
  • Blutweiderich (Lythrum salicaria)
  • Gewöhnliches Seifenkraut (Saponaria officinalis)
  • Gewöhnliche Nachtviole (Hesperis matronalis)
  • Gemeines Leimkraut (Silene vulgaris)
  • Hufeisenklee (Hippocrepis comosa)
  • Nachtkerze (Oenothera biennis)
  • Hornklee (Lotus corniculatus)
  • Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis)
  • Ausdauerndes Silberblatt (Lunaria rediviva)
  • Nickendes Leimkraut (Silene nutans)
  •  Weiße Lichtnelke (Silene latifolia alba)
  • Türkenbundlilie (Lilium martagon)
  • Echter Salbei (Salvia officinalis)

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