Gemüsegarten anlegen – vielfältig und artenreich

Gemüsebeet anlegen - Schädlingsbekämpfung durch angelockte Nützlinge

Bestäubende Insekten freuen sich über die Nahrung, die Blüten der Gemüsepflanzen bieten. Gerne revangieren sich die nützlichen Gartenbewohner als natürliche Schädlingsbekämpfung im Gemüsebeet.

In der Erde graben, den Pflanzen beim Wachsen zusehen, frisches Gemüse ernten und im Laufe des Gartenjahres alles hegen und pflegen: Gartenarbeit erfüllt viele Menschen nachhaltig mit Freude und Ausgeglichenheit. Ein besonderer Stolz gilt oft dem Gemüsegarten.

Ein mit einheitlich bepflanzen Beeten angelegter Gemüsegarten erscheint erst einmal gepflegt und praktisch. Jedoch fördert eine Anhäufung der gleichen Pflanzenart die Ausbreitung von Schädlingen im Garten und Erkrankungen an den Pflanzen. In der Natur gibt es keine Monokulturen. Stattdessen bilden dort verschiedene Pflanzenarten eine Lebensgemeinschaft. Auch beim Gemüseanbau ist es so, dass ein Arten-Mix aus Kräutern, Zierpflanzen und sogar Wildkräuter den Wachstum von Gemüsepflanzen fördert.

Was viele nicht wissen, ist, dass ein Gemüsegarten, der eine Vielfalt aufweist. nicht nur ein schönes Gesamtbild ergeben kann, sondern auch der Nützlingswelt sehr dienlich ist. So bietet dieser neben wichtiger Nahrung auch Nistplätze und Versteckmöglichkeiten.

Wer regelmäßig Gemüse anbaut, der weiß, dass auch bei bester Pflege ein Befall mit Schädlingen möglich ist. Besonders unschön ist es, wenn die Ernte von Schädlingen geschmälert oder sogar gänzlich vernichtet wird. Bestenfalls verzichten Sie in Ihrem Garten auf Pestiziden und anderen Chemikalien. Damit schädigen Sie nicht nur der Tierwelt, sondern behandeln damit natürlich auch die Lebensmittel, die Sie später essen möchten. Diverse Nützlinge können im Gemüsebeet zuverlässig als natürliche Schädlingsbekämpfungsmaßnahme eingesetzt werden. So dient ein nützlingsfreundlicher Garten nicht nur der Natur, sondern lädt die fleißigen Helferlein auch ein, sich bei Ihnen niederzulassen und in Ihrem Garten die für uns ungeliebten Schädlingen einzudämmen oder zu beseitigen.

Warum ist das Anlegen eines artenreichen Gemüsegartens wichtig für unsere tierischen Gartenbewohner?

Schädlingsbekämpfung im Gemüsegarten durch das Ansiedeln von Nützlingennuetzlinge

Kräuter und Blumen im Gemüsebeet halten den Gemüsegarten vielfältig! Die Blüten der Kräuter, angelegt z.B. in einer Kräuterspirale, locken diverse Nützlinge an und die Trockenmauer bietet zusätzlich Unterschlupf- und Nistmöglichkeiten.

Werden in einem Gemüsegarten neben Gemüsepflanzen auch Kräuter und Blumen angepflanzt, so lockt dies Insekten an. Nicht nur Blumen bieten Pollen und Nektar. Diverse Kräuter versorgen Insekten ebenfalls über die vorhandenen Blüten mit der wertvollen und notwendigen Nahrung. Ganz nebenbei dienen die Insekten dabei zum einen als Bestäubung und zum anderen als natürliche Schädlingsbekämpfung. Denn dort wo die fleißigen Gartenbewohner Nahrung finden, legen sie auch ihre Eier ab. Und je nach Art fressen oder parasitieren die Larven Schädlinge wie Blattläuse und Spinnmilben.

Möchten Sie darüber hinaus den Nützlingen einen sicheren Unterschlupf oder Nistplatz bieten, so können Sie Hecken als Beet- oder unbehandeltes Holz und Trockenmauern als Einfassungen für ein Hochbeet. In den Nischen finden Insekten und andere Kleintiere einen geschützten Ort.

Was ist beim Anlegen eines artenreichen Gemüsegartens zu beachten, damit sich Nützlinge im Garten ansiedeln?

Bei der Anlage eines artenreichen Gemüsegartens geht es weniger darum, eine strukturierte Aufteilung im Beet zu bieten. Vielmehr ist es wichtig, die gesamte Saison über ausreichend Blüten zur Verfügung zu stellen. Nur dann werden die Insekten auch regelmäßig Ihr Beet anfliegen. Um das gewährleisten zu können und um Ihnen für den Gemüsegarten Gestaltungsideen zu liefern, geben wir Ihnen hier verschiedene Tipps:

Tipps für einen nützlingsfreundlichen Gemüsegarten

  • Lassen Sie die Pflanzen blühen: Häufig werden z.B. die Blüten von Kräuterpflanzen bereits im Anfangsstadium abgeschnitten, da verhindert werden soll, dass die Pflanze die Wachstumskraft in die Blüte statt der Blätter legt. Die Kräuter wachsen aber auch dann noch ausreichend, wenn sie blühen.
  • Klassische Bauerngartenblumen locken Insekten an: Setzen Sie auf klassische Bauerngartenblumen wie Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus), Bartnelke (Dianthus barbatus) und Zinnie (Zinnia elegans). Diese Blumen blühen lange und locken zudem eine Vielzahl verschiedener Insekten an.
  • Auch spät blühend Sorten wählen: Ab dem Spätsommer kann es bereits knapp werden mit den nektar- und pollenhaltigen Blüten. Wer rechtzeitig auch spät blühende Sorten anpflanzt, kann so auch noch nach dem Sommer das Nahrungsangebot von Nützlingen ergänzen. Möglichkeiten hierfür wären z.B.: Bienenfreund (Phacelia), Cosmeen (Cosmos bipinnatus), Ringelblumen (Calendula officinalis), Dill (Anethum graveolens) und Borretsch (Borago officinalis).
  • Gemüsepflanzen überwintern lassen: Belassen Sie einige Gemüsepflanzen den Winter über im Boden und geben ihnen die Chance im nächsten Jahr zu blühen.
  • Gründüngung einsetzen: Nach der Ernte oder als Zwischenfrucht können Sie Gründünger ziehen. Wird dieser in den Boden eingearbeitet, erfreut er zudem auch die darin befindlichen Bodenlebewesen.

Weltbienentag • 20. Mai

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