Hummeln

Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris) und Helle Erdhummel (Bombus lucorum)

Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris) und Helle Erdhummel (Bombus lucorum)

Kennzeichen der Erdhummel

Die Dunkle Erdhummel ist eine der am häufigsten zu beobachtenden Hummeln in Deutschland. Sie ist an ihrem stark behaarten, schwarzen Körper und dem gelben Band um die Brust gut zu erkennen. Zudem sind die letzten beiden Hinterleibssegmente weiß. Die Helle Erdhummel hingegen ist seltener und an zitronen- bis weißgelben Binde erkennbar. Dabei erreichen männliche Erdhummeln eine Länge von ca. 1,7 cm, die weiblichen Arbeiterinnen ca. 1,6 cm und die Königin sogar bis zu 2,3 cm.

So leben Erdhummeln

Wo leben Hummeln? Lichte Wälder sowie offene Lebensräume aller Art sind ideal für die Erdhummel. Dabei können sie auch in kühleren Regionen gut überleben, da die kräftige Muskulatur und der dichte Pelz sie vor der Kälte schützen. Ihre Nester bauen Erdhummeln meist unterirdisch und nutzen dort unter anderem verlassene Mäusebauten, Holzstapel und Steinhaufen. Doch auch Löcher in Mauerwerken und Bäumen oder Vogelnisthilfen werden von ihnen genutzt. Aufgrund der großen Volksstärke von bis zu 600 Tieren in einem Nest, benötigen sie eine gewissen Raumgröße. Um zu verhindern, dass es mehr als eine Königin gibt, sondert die vorhandene einen bestimmten Stoff aus, der die Entwicklung fruchtbarer Weibchen verhindert. Es entstehen Arbeiterinnen.

Diesen Nutzen bringen uns Erdhummeln

Gemüsepflanzen aller Art sind die Lieblingspflanzen der Erdhummeln. Insbesondere die Tomatenpflanze wird von ihnen bestäubt. Grundsätzlich gilt die Tomate als schwierige Bestäuberpflanze. Ihre Pollen sitzen in einer festen Kapsel, die nicht von allen Insekten durchdrungen werden kann. Die Erdhummel aber verbeißt sich in diese und vibriert solange mit ihren starken Muskeln, bis die Pollen herausfallen. Die Tomatenpflanze würde also ohne die Hilfe der Dunklen Erdhummel weit weniger Früchte tragen.

So können Erdhummeln im Garten angesiedelt werden

Erdhummeln benötigen von Frühjahr bis in den Herbst hinein viel Energie. Daher bietet es sich an, den eigenen Garten die gesamte Saison über naturnah zu gestalten und auf bereits im Frühling blühende Pflanzen Wert zu legen. Durch diese können die Hummeln die erste Energie in Form von Nektar und Pollen sammeln. Zudem „heizen“ beispielsweise Krokusse ihre Blüten, so dass es in diesem Bereich warm ist.

Neben ausreichend Nahrung benötigen die Erdhummeln Nistplätze. Unberührte Ecken im Garten sind daher ideal. Spezielle Nisthilfen, die im Handel erhältlich sind, werden hingegen eher selten angenommen.

Davon ernähren sich Erdhummeln

Als Vegetarier bevorzugen Erdhummeln sogenannte Trachtpflanzen, also solche, die reichlich Nektar und Pollen bereitstellen. Folgende Pflanzen sind besonders geeignet, um Erdhummeln anzuziehen: Krokusse, Kapuzinerkresse, Pfefferminze, Sonnenblumen, Malvenarten, Dost, Rotklee, Klatschmohn und Herbstzeitlose. Außerdem lieben Erdhummeln Obstbäume und Gemüsepflanzen aller Art.

Interessante Zusatzinformation über Erdhummeln

Die Vibrationsbestäubung der Tomatenpflanzen wird durch das schnelle Schlagen der Flügel verursacht. Dabei entsteht ein Summton, dessen Vibration die Pollen löst.

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Steinhummeln (Pyrobombus lapidarius)

Steinhummel (Pyrobombus lapidarius)

Kennzeichen der Steinhummel

Die weiblichen Steinhummeln sind samtschwarz und besitzen ein leuchtend rotes Hinterteil. Ihr dichter Pelz schützt sie vor kühleren Temperaturen. Im Sommer sind für kurze Zeit auch die Männchen zu beobachten. Sie sind mit ihren gelben Streifen und dem gelben Haarbüschel zwischen den Augen deutlich „bunter“.

So leben Steinhummeln

Steinhummeln kommen vom Flachland bis hin zum Mittelgebirge vor und können auf bis zu 1300 m Höhe problemlos überleben. In der freien Natur bevorzugen sie Waldränder, Magerwiesen und offenes weidedurchsetztes Land. In Dörfern und Städten hingegen werden sie auch in Gärten, Parkanlagen und auf Obstplantagen beobachtet. An diesen Orten finden sie sowohl Nahrung als auch geeignete Brutplätze. Die Steinhummel gilt als besonders flexible Art und nistet im Notfall auch im Stroh oder in verlassenen Vogel- oder Mäusenestern. Ein Staat besteht dabei aus bis zu 300 Tieren.

Diesen Nutzen bringen uns Steinhummeln

Auch wenn sie den Honig nur für den Eigenbedarf produzieren, haben Steinhummeln einen unschätzbaren Wert als Bestäuber von Wild- und Nutzpflanzen.

So können Steinhummeln im Garten angesiedelt werden

Steinhummeln benötigen wie andere Hummelarten auch die gesamte Saison über ausreichend Nahrung. Greifen Sie daher auf Blumenmischungen zurück, die Pflanzen mit verschiedenen Blütezeiten beinhalten. Darüber hinaus können Steinhummeln mit einer künstlichen Nisthilfe angelockt werden. Im Gegensatz zu anderen Hummelarten akzeptieren sie diese eher. Wer diese Hummelart lieber auf natürlichem Wege ansiedeln möchte, sorgt für unberührte Orte im eigenen Garten, an denen die Steinhummel ungestört nisten kann.

Davon ernähren sich Steinhummeln

Als reine Vegetarier bevorzugen Steinhummeln den Nektar verschiedener Kleearten. Weitere beliebte Pflanzen sind Vogel-Wicke, Taubnessel und der Kriechende Günsel. Aber auch alle Pflanzenarten, die eine reiche Blüte tragen, werden gerne angeflogen.

Interessante Zusatzinformation über Schwebfliegen

Dank der schnellen Flügelschläge und den herausragenden Flugkünsten kann die Schwebfliege nicht nur vorwärts, sondern auch rückwärts, auf- und nieder fliegen.

Ackerhummeln (Megabombus pascuorum)

Ackerhummel (Megabombus pascuorum)

Kennzeichen der Ackerhummel

Anhand der gelblichen Färbung sind Ackerhummeln gut zu erkennen. Kopf und Thorax sind gelblich bis rotbraun und zusätzlich von einem gelben Pelz überzogen. Das Hinterteil kann ebenfalls eine gelbe oder braune Färbung aufweisen. Mit einer Flügelspannweite von 3 cm ist die Königin die größte ihres Volkes. Die Arbeiterinnen und Drohnen weisen eine Körperlänge von ca. 1,4 cm auf. Im Gegensatz dazu ist der Rüssel der Ackerhummel mit eine etwa gleichen Länge sehr lang. Er ermöglicht es ihnen auch in spitz zulaufenden Blüten den Nektar zu erreichen.

So leben Ackerhummeln

Aus 100-150 Tieren besteht ein Ackerhummeln-Volk. Darunter findet sich eine Königin und viele Arbeiterinnen sowie Drohnen, also die männlichen Vertreter. Die Völker finden sich in Süd- und Mitteleuropa und sind häufig in Parks und auf weitläufigen Wiesen anzutreffen. Sie bevorzugen trockene Orte und leben daher auch in Mauerritzen und ähnlichen Orten.

Diesen Nutzen bringen uns Ackerhummeln

Die Ackerhummel ist für die Bestäubung vielerlei Pflanzen verantwortlich. Ihr Vorteil ist die hohe Anpassungsfähigkeit. Dank dieser Eigenschaft kann sie sich auch an veränderte Lebensräume und Nahrungsbedingungen schnell anpassen.

So können Ackerhummeln im Garten angesiedelt werden

Eine Nisthilfe wird von Ackerhummeln gerne angenommen. Doch auch unberührte Orte im Garten sind beliebt. Wenn Sie darüber hinaus ein abwechslungsreiches Nahrungsangebot zur Verfügung stellen, können Sie davon ausgehen, dass sich schon bald auch in Ihrem Garten Ackerhummeln beobachten lassen.

Davon ernähren sich Ackerhummeln

Die Eiweißversorgung der Ackerhummel wird über die Pollen sichergestellt. Des Weiteren ernähren sie sich vom Nektar der Vogel-Wicke, des Wiesenklees, des Kriechenden Günsels sowie der Weißen Taubnessel. Ihr Speiseplan gleicht damit dem der Steinhummel.

Interessante Zusatzinformation über Ackerhummeln

„Pocketmaker“ wird diese Hummelart auch genannt. Erhalten hat die Ackerhummel diesen Namen aufgrund der Taschen, die sie um mehrere Brutzellen herum anlegt um die gesammelten Pollen zu lagern und so schneller ihre Brut versorgen zu können.

Wiesenhummeln (Pyrobombus pratorum)

Wiesenhummel (Pyrobombus pratorum)

Kennzeichen der Wiesenhummel

Eine der kleineren Hummelarten ist die Wiesenhummel mit 1,4 cm. Sie kommt in verschiedenen Farbvarianten vor, ist aber für gewöhnlich an der kopfnahen, gelben Binde, dem orangenen, hinteren Segment sowie dem dichten Pelz erkennbar. Häufig wird sie mit den Männchen der Steinhummel verwechselt. Diese besitzen allerdings nur eine Querbinde.

So leben Wiesenhummeln

Das Volk der Wiesenhummel ist zwischen 50 und 120 Tieren groß. Sie leben in lichten Wäldern, in Parks und Gärten und, wie der Name sagt, auf Wiesen. Dort nisten sie meistens oberirdisch in Hecken, Gebüschen oder Mauerspalten. Nur selten beziehen sie unterirdische, verlassene Mäusebauten. Die Wiesenhummel kann in ganz Europa beobachtet werden. Hier ist sie die erste Art, die im Frühjahr unterwegs ist. Dafür beginnt die Winterruhe der Jungköniginnen bereits im August.

Diesen Nutzen bringen uns Wiesenhummeln

Auf ihrer Suche nach Pollen und Nektar, um sich selbst und ihre Jungen zu versorgen, bestäuben die Wiesenhummeln Obst- und Gemüsepflanzen, ebenso wie Blumen.

So können Wiesenhummeln im Garten angesiedelt werden

Gärten mit einer Vielzahl an nektarreichen Pflanzen sind ideal für die Wiesenhummel. Findet sie zudem einen geeigneten Nistplatz in einer ruhig gelegenen Hecke oder Insektenmauer, bleibt sie gerne. Als unkomplizierte Art nimmt sie zudem auch künstliche Nistkästen an.

Davon ernähren sich Wiesenhummeln

Auf dem Speiseplan der Wiesenhummel steht der Nektar verschiedenster Pflanzenarten. Dazu gehören unter anderem Akelei, Johannisbeere, Kastanien, Lupine, Rotklee und Schöllkraut. Für ihre Brut benötigen sie zudem die entsprechenden Pollen.

Interessante Zusatzinformation über Wiesenhummeln

Wiesenhummeln können zwar theoretisch stechen, sind aber eher friedfertige und scheue Tiere. Solange sie nicht gereizt werden oder ihr Nest belagert wird, geht von ihnen daher keine Gefahr aus.

Baumhummeln (Pyrobombus hypnorum)

Baumhummel (Pyrobombus hypnorum)

Kennzeichen der Baumhummel

Die charakteristische Färbung der Baumhummel zeigt eine braun-schwarz-weiß Färbung. Die männlichen Tiere haben zudem ein braunes Haarbüschel im Gesicht und können über den Körper hinweg ebenfalls eine bräunliche Färbung annehmen. Des Weiteren gilt sie als die aggressivste Hummelart. Feinden, die sich in der Nähe des Nestes aufhalten, droht sie, indem sie diese anstößt. Im Zweifelsfall würde diese Art auch zustechen.

So leben Baumhummeln

Baumhummeln suchen ihren Lebensraum in Teilen von West-, Mittel-, Ost- und Nordeuropa an Waldrändern, in Parkanlagen und Gärten. Dort beziehen sie immer oberirdisch ein Nest. Es kann sich herbei um ein Vogelnest, eine Mauerspalte oder einen Dachboden handeln. Auch ein Hummelkasten wird schnell angenommen.

Diesen Nutzen bringen uns Baumhummeln

Baumhummeln bestäuben bei der Suche nach Nahrung zahlreiche Pflanzenarten. Dank ihnen und allen weiteren Hummelarten wird der Ernteertrag gesteigert und unsere Nahrung gesichert.

So können Baumhummeln im Garten angesiedelt werden

Ein zur Verfügung gestellter Hummelkasten wird schnell von Baumhummeln besiedelt werden. Sinnvoll ist es diesen in einiger Entfernung zum Haus aufzustellen, um die Tiere nicht zu stören und einen Stich zu riskieren. Darüber hinaus freuen sie sich über ein blühendes Beet, in dem sie ausreichend Nektar und Pollen finden.

Davon ernähren sich Baumhummeln

Die Larven der Baumhummel werden mit den Pollen, den sie in Pollenvorratsbehälter gelagert hat, gefüttert.

Interessante Zusatzinformation über Baumhummeln

Die Balzzeit der Baumhummeln ist interessant zu beobachten. Anfang Juni umkreisen die Drohnen unermüdlich das Nest. Ihre Hoffnung ist es, die ausfliegenden Jungköniginnen abzufangen, um sich mit ihnen zu paaren.

Gartenhummeln (Megabombus hortorum)

Gartenhummel (Megabombus hortorum)

Kennzeichen der Gartenhummel

Mit bis zu 2,5 cm ist die Gartenhummel ein eher großer Vertreter. Erkennbar ist sie nicht nur an der charakteristischen Färbung mit drei gelben Ringeln, einer hellgelben Körperunterseite und einem weißen Hinterteil, sondern auch an ihrem länglichen Kopf. Zudem besitzt sie einen langen Rüssel, der sie deutlich von der Erdhummel unterscheidbar macht.

So leben Gartenhummeln

An Waldrändern, auf Streuobstwiesen sowie in Gärten und Parks ist die Gartenhummel unterwegs – und das europaweit. Als Nest bevorzugt sie bereits vorhandenen Hohlräume wie Vogelnestern, Dachböden und Hummelkästen. Das Nest selbst polstert sie mit Moos aus und lagert als Pocketmaker die Pollen in der Nähe ihrer Brut.

Diesen Nutzen bringen uns Gartenhummeln

Aufgrund ihres langen Rüssels sind Gartenhummeln in der Lage auch tief in der Blüte sitzenden Nektar zu erreichen. Sie können somit andere Pflanzen bestäuben als die kurzrüssligen Erdhummeln.

So können Gartenhummeln im Garten angesiedelt werden

Anders als andere Hummelarten bevorzugen Gartenhummeln zur Verfügung gestellte Nisthilfen. Diese finden sie selbst und statten sie dementsprechend aus. Darüber hinaus benötigen sie eine vielfältige Pflanzenwelt, die vom Frühjahr bis in den Herbst hinein üppig blüht.

Davon ernähren sich Gartenhummeln

Gartenhummeln ernähren sich vom Nektar vielfältiger Pflanzen. Besonders gerne fliegen sie Kräuter wie Salbei, Thymian und Lavendel an. Im Frühjahr dient ihnen zudem der Löwenzahn als Nahrungsquelle.

Interessante Zusatzinformation über Raubfliegen

Gartenhummeln sind in der Lage in einem Jahr zwei Generationen hervorzubringen. In guten Jahren gründen die Jungköniginnen bereits im September eine neue Kolonie, die bis September fliegt. Die neu geschlüpften Königinnen verpaaren sich erneut mit einer Drohne und überwintern, während die Arbeiterinnen sterben.