Bienen

Honigbiene (Apis)

Honigbiene (Apis)

Kennzeichen der Honigbiene

Weltweit gibt es neun Honigbienenarten. Bei uns findet sich vor allem die westliche Honigbiene (Apis mellifera). Sie ist braun-schwarz gefärbt und weist am Hinterteil helle und dunkle Streifen auf. Ihr Brustteil ist behaart. Unterscheidbar von der Wespe ist sie durch ihren insgesamt massigeren Körper und der fehlenden Wespentaille. Mit den Facettenaugen können sie zahlreiche Farben wahrnehmen, allerdings sind sie rotblind.

So leben Honigbienen

Honigbienen zeigen eine Besonderheit: Eine einzelne Honigbiene kann nicht überleben und würde eingehen, da sie den sozialen Kontakt benötigt. Daher leben sie in einem Staat, also zusammen mit einer Königin und einer Vielzahl anderer Vertreter ihrer Art.

Im Frühjahr, wenn die Temperaturen über 10 °C steigen, beginnt die Zeit des Ausflugs. Parallel beginnen die Honigbienen auch mit dem Brutgeschäft. Eine Königin legt bis zu 2.000 Eier am Tag. Die schlüpfenden Larven werden von den reichlich vorhandenen Arbeiterinnen bis zur Verpuppung gefüttert. Schlüpfen die Honigbienen aus ihrem Kokon, sind sie zunächst ebenfalls Ammenbienen oder bewachen das Nest. Erst am Ende ihrer kurzen Lebensdauer von nur vier Wochen fliegen sie aus, um Nahrung zu suchen. Diese nutzen sie nicht nur für die unmittelbare Fütterung, sondern legen damit auch einen Vorrat an. Im Winter, wenn der Bienenstaat mit bis zu 20.000 Bienen überwintert, wird dieser dringend benötigt. Um die Königin zu schützen, nehmen die Arbeiterinnen sie im Winter in die Mitte und wärmen das Nest mit ihrer Flugmuskulatur.

Diesen Nutzen bringen uns Wildbienen

Ein einfaches Honigbienenvolk kann an einem Tag bis zu drei Millionen Obstblüten bestäuben. Beteiligt sind dabei rund 20.000 Tiere. Als Bestäuber sind Bienen in erheblichem Maße für den Erhalt und die Fortpflanzung unserer Pflanzenwelt verantwortlich. Über 75 % der Kultur- und Nutzpflanzen in Europa sind auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen. Einen Großteil unseres Obstes verdanken wir daher der Fremdbestäubung durch die Bienen. Aktuell ist die Honigbiene in Deutschland nach dem Rind und dem Schwein das drittwichtigste Nutztier. Außerdem produzieren Bienen wunderbar süssen Honig, der gerne auf den Tischen der Deutschen landet.

So können Honigbienen im Garten angesiedelt werden

Die hierzulande meist anzutreffende Westliche Honigbiene (Apis mellifera) kommt ohne einen Imker bzw. eine Imkerin nicht aus, weswegen neben einer Beute, in der das Bienenvolk lebt, noch so einige weitere Utensilien benötigen würde. Es gibt aber ausreichend Möglichkeiten, die Honigbiene in Ihrem Garten anzulocken. Um Honigbienen den Garten attraktiv zu gestalten, sollten ausreichend bienenfreundliche Blumen gepflanzt werden. Diese Futterpflanzen sollten Sie möglichst vom Frühjahr bis in den Herbst hinein durchgehend anbieten. So kann ein Staudenbeet bewusst so angelegt werden, dass es ganzjährig ein Nahrungsangebot schafft. Da Honigbienen grundsätzlich nicht auf eine Art spezialisiert sind, genügt es, wenn die Blumen und Pflanzen ungefüllte Blüten tragen, die mit Pollen und Nektar gefüllt sind. Denken Sie im Herbst an das Auspflanzen von Blumenzwiebeln. Frühlingsblüher sind für viele früh fliegende Insekten überlebensnotwendig. Honigbienen liebe „wilde Ecken“, d.h. Sie können Pflanzen wie Brennnesseln, Gräsern und Klee einfach an einigen Stellen stehen lassen. Auch das Anlegen von Wildblumenwiesen ist sehr sinnvoll. Es werden im Fachhandel schöne Mischungen speziell für den Einsatz in bienenfreundlichen Gärten angeboten. Auf den Einsatz von Insektiziden im Garten sollten Sie komplett verzichten.

Davon ernähren sich Honigbienen

Honigbienen lagern ihre gesammelten Pollen in Zellen als Bienenbrot ein, welches als Nahrung genutzt wird um Futtersaft zu produzieren. Dabei sind sie nicht auf eine bestimmte Pflanzenart spezialisiert. Im Winter ernähren sie sich vom aus Nektar hergestellten Honig, oder, wenn ein Imker diesen entnommen hat, vom bereitgestellten Zuckerwasser.

Interessante Zusatzinformation über Honigbienen

Honigbienen orientieren sich am Winkel der Sonne und können so hervorragend navigieren. Die Sammlerinnen (Sammelbienen) setzen zudem eine Kombination aus Mustern und Farben ein, daher Kennzeichnen die Imker die Bienenbeuten.

Bienen füttern über bienenfreundliche Sträucher

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Wildbiene (Apidae)

Wildbiene (Apidae)

Kennzeichen der Wildbiene

Aufgrund der Vielzahl an Wildbienenarten ist es schwierig ein allgemeines Aussehen anzugeben. Die meisten Wildbienen sind pelzig, es gibt aber auch kahle Arten. Hinsichtlich ihrer Färbung reicht die Farbpalette von Gelb, Orange und Rot bis hin zu Weiß und Braun. Um sie von den Wespen zu unterscheiden, können Sie einen Blick in die Körpermitte der Insekten werfen. Die typische, sehr schlanke Taille besitzen Wildbienen nämlich nicht.

So leben Wildbienen

Die meisten Wildbienenarten leben solitär, also als Einzelgänger. Die Brutpflege übernehmen die Weibchen alleine. Nach dem Nestbau, für den sie Fremdmaterial in Form von Lehm, Sand oder Blattstücken verwenden, legen sie ihre Eier in das geschützte, trockene Nest. Die Begattung der Wildbiene findet in einem engen Zeitfenster statt, da die kleinen Tiere lediglich 4 bis 6 Wochen außerhalb ihres Nestes leben. Nach der Eiablage füllen die Weibchen die Höhle mit einem Pollenvorrat und verschließen sie. Die Brut wächst im Laufe des Sommers dank des Pollenpakets sicher und geschützt heran und fliegen erst im nächsten Frühjahr aus.

Diesen Nutzen bringen uns Honigbienen

Wildbienen gehören mit zu den fleißigsten Bestäubern. Sie sind dabei sogar im Vergleich zu Honigbienen im Vorteil, da sie bereits früher im Jahr und bei niedrigeren Temperaturen fliegen. Zudem besuchen sie sehr unterschiedliche Pflanzen, was ihre Bestäubungsleistung deutlich erhöht.

Viele unserer Wildblumen und über 4/5 aller europäischen Nutzpflanzen (darunter gehören auch viele Gemüse- und Obstarten) sind bei der Blütenbestäubung stark auf die Bestäubung durch Insekten wie z.B. Wildbienen angewiesen. Gerade in Gebieten, in denen kein Imker einen Bienenstock unterhält, übernehmen Wildbienen einen sehr großen Teil der Bestäuberarbeit, den Honigbienen in dem Fall nicht leisten würden.

So können Wildbienen im Garten angesiedelt werden

Je nach Art benötigen Wildbienen eine spezielle Pflanzensart. Informieren Sie sich daher am besten über diese und pflanzen Sie idealerweise eine große Vielfalt an. So können Sie davon ausgehen, dass mehr als eine Wildbienenart Ihren Garten bevölkert. Von Vorteil ist es, einheimische, nektarreiche Pflanzen zu wählen, die zeitversetzt blühen. Je vielfältiger die Pflanzenauswahl, desto mehr Wildbienenarten finden hier die richtige Futterquelle.

Einige Pflanzen sind bei Wildbienen besonders beliebt. Dazu gehören u.a.: blühende Gemüsesorten wie Zwiebeln, Rotkohl, Porree oder Grünkohl, Kräuter wie z.B. Majoran, Thymian, Borretsch oder Rosmarin und Obstbäume oder Obstbüsche wie Apfel- oder Birnenbäume und Stachelbeer- oder Johannisbeersträucher.
 Im Fachmarkt werden außerdem verschiedene Saatgutmischungen angeboten, die sich speziell für das Anlegen von Bienenweiden bzw. zur Ergänzung des Nahrungsangebotes für Wildbienen eignen.
 Um den Bienen ganzjährig ein Nahrungsangebot zu schaffen, sollten die verschiedenen Blühzeiten von Frühlingsblühern, Stauden und Sträuchern berücksichtigt werden.

Neben der Nahrung benötigen die Wildbienen einen passenden Unterschlupf. Dafür eignen sich Insektenhotels aus Holz oder Lehm mit ausreichend großen Löchern. Ein einfaches, größeres Stück unbehandeltes Holz, welches mit ausreichend Bohrlöchern versehen ist und an einem regen- und windgeschützten Ort platziert wird, ist vollkommen ausreichend. Da Wildbienen lediglich in einem Aktionsradius von 500 Metern um ihr Zuhause herum agieren, sollte dieses möglichst zentral im Garten aufgehängt werden.

Ihre Brut legen die meisten Wildbienen in der Erde ab. Bieten Sie dazu bewuchsfreie Bereiche in trockener, sonniger Lage an. Wenn Sie diese Möglichkeit nicht haben, können Sie auch einen 40 cm tiefen Kasten mit Sand befüllen und diesen aufstellen. Zudem können Sie alte Schneckenhäuser liegen lassen. Die Schneckenhaus-Mauerbiene wird sie dankbar als Brutnest nutzen.

Davon ernähren sich Wildbienen

Wildbienen ernähren sich von Nektar und Pollen. Die meisten Arten sind allerdings dabei auf eine Pflanzenart festgelegt. Je nach Art können dies ungefüllte Rosen, Glockenblumen, die Katzenminze, Malven, Obstgehölze oder verschiedene Zwiebelblumen sein. Letztere dienen als Erstversorgung nach dem kalten Winter.

Interessante Zusatzinformation über Wildbienen

Die Weibchen der Kuckucksbiene schleichen sich als Parasiten in fremde Nester ein und legen dort ihre Eier ab. Die Brutpflege überlassen sie dann dem dort lebenden Weibchen. Ihre Larven ernähren sich vom Pollenvorrat im Nest und schlüpfen später, anstelle der eigentlichen Nachkommen.

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