Warum sind Nützlinge wichtig? – Die kleine Helfer in unserem Garten

Marienkäfer fressen Blattläuse - Blattläuse bekämpfen durch den Einsatz von Nützlingen

Nützlinge sind wichtig für die Bestäubung von Pflanzen. Sie fressen außerdem andere Insekten, die den Pflanzen in ihrem Wachstum schaden. So kann ein Marienkäfer als natürlicher Schädlingsbekämpfer gegen Blattläuse genutzt werden.

Nützlinge haben, wie der Name bereits vermuten lässt, einen Nutzen für uns. Doch vielen Menschen ist gar nicht klar, welchen Nutzen die kleinen und großen Tiere, die in diese Kategorie fallen, eigentlich haben. Oftmals ist bekannt, dass insbesondere Insekten für die Bestäubung unserer Pflanzen bedeutsam sind. Ein Großteil unserer Nahrung besteht aus direkten sowie verarbeiteten pflanzlichen Produkten. Ohne diese wäre eine ausgewogene Ernährung überaus kompliziert.

Neben der reinen Bestäubung erfüllen Nützlinge aber auch weitere Aufgaben: Sie fressen andere Insekten, die den Pflanzen in ihrem Wachstum schaden, erschaffen durch die Bestäubung neue Lebensräume und tragen zur Bodenverbesserung sowie der Krankheitsvorbeugung bei. Sie haben somit einen großen Anteil an einem funktionierenden Ökosystem, ohne das unser Leben in bekannter Form nicht möglich wäre.

Hausmittel gegen Blattläuse gesucht? Marienkäfer, Igel, Vögel und Co. ernähren sich von Insekten

Neben der Bestäubung und der Jagd auf andere, dienen Insekten als Hauptnahrungsquelle für diverse Lebewesen, die in unseren heimischen Gärten vorkommen. Ein beliebtes Blattläuse-Hausmittel ist z.B. das bewußte Ansiedeln von Marienkäfern im Garten – schließlich fressen diese die lästigen „Sauger“ in großer Menge. Nun könnte argumentiert werden, dass die Insekten als Nützlinge nicht diesen tierischen Räubern zum Opfer fallen dürfen. Zu beachten ist hierbei aber erneut das natürliche Gleichgewicht: Denn auch die Kleintiere erfüllen einen Zweck. Igel beispielsweise fressen auch Insekten sowie wirbellose Tiere, die den Pflanzen schaden würden. Sie haben daher eine Schutzfunktion für die Nutzpflanze.

Ähnlich verhält es sich mit der Spitzmaus und dem Maulwurf. Insbesondere letzterer ist kein gern gesehener Gast im Garten, da er charakteristische Erdhaufen hinterlässt. Allerdings sind diese sowohl unkrautsamen- als auch schädlingsfrei und können daher bedenkenlos für die verschiedensten Zwecke im Garten verwendet werden.

Neben den am Boden lebenden Nützlingen gibt es noch die fliegenden – allen voran die Vögel. Sie ernähren sich ebenfalls von Insekten und vertilgen eine Vielzahl an Schädlingen. Zudem sind sie sehr anpassungsfähig. Konkret bedeutet dies, dass sie sich bei neu auftretende Insektenarten umstellen und eine Möglichkeit finden, auch diese in ihren Speiseplan einzubauen – selbst wenn sie so giftig sind wie der Buchsbaumzünsler.

Insekten, Spinnen und Nematoden jagen andere – Wolläuse bekämpfen und Schildläuse bekämpfen leicht gemacht!

Spinnen fressen lästige Stechmücken

Spinnen fressen die für uns lästige Stechmücken.

Eine Vielzahl von Insekten ernähren sich zum Teil oder komplett tierisch. Marienkäfer beispielsweise vertilgen Blattläuse, die gerne die Blätter und Stängel unserer Pflanzen befallen. Sie tragen damit dazu bei, die Zahl der Schädlinge gering zu halten, so dass die Pflanzen sich ungestört entwickeln können. Wolläuse und Schildläuse werden gerne von Schlupfwespen, Larven der Florfliege und Marienkäfern gefressen. Versuchen Sie diese also bestenfalls in Ihrem Garten anzusiedeln.

Ebenso sind Spinnen hilfreich. Auch wenn die Spinne bei den meisten Menschen nicht beliebt ist, so ist sie doch sehr nützlich. Sie jagen diverse Insektenarten, egal ob fliegend oder am Boden lebend. Dank ihrer engmaschigen Netze gelingt es ihnen eine Vielzahl zu fangen. Anschließend werden sie von der Spinne eingewickelt und dienen ihr als Nahrung. Spinnen bieten aber auch einen direkten Nutzen für uns. Es werden schließlich nicht nur unsere Pflanzen geschützt, denn in ein Spinnennetz fliegen beispielsweise auch Steckmücken. In der Nacht können diese uns dann nicht mehr ärgern. Ebenso wie Spinnen sollten auch manch andere Bodenlebewesen geduldet werden.

Nematoden sind häufig als Schädlinge verrufen. Es besteht aber die Möglichkeit, sie als biologischen Pflanzenschutz einzusetzen. Wenn Sie in Ihrem Garten Probleme mit Erdraupen, Feldmaikäfern oder Nacktschnecken haben, können Nematoden die Lösung sein. Sie parasitieren die genannten Tiere und tragen zu ihrem Verschwinden aus dem heimischen Beet bei.

Wespennest entfernen? Insekten fungieren als Bestäuber!

Ein Wespennest muss nicht immer entfernt werden.

Wespen stehen unter Naturschutz. Sie gehören zu den wichtigen Bestäubern in unserem Garten und sind daher wichtige Nützlinge!

Für Insekten sind die Blüten der verschiedenen Pflanzen eine Nahrungsquelle. Der Nektar, der sich in der Blüte befindet, ist dabei ihre Hauptnahrung. Die ebenfalls enthaltenen Pollen dienen der Eiweißversorgung der Tiere. Um an diese zu gelangen, lassen sie sich auf der Blüte nieder, wobei ein Teil der gesammelten Pollen auf das weibliche Blütenorgan der Pflanze gelangt. Die Pflanze ist nun bestäubt und die Insekten, vorrangig die Bienen, genährt. Auch zu unserer Ernährung trägt dieser Vorgang maßgeblich bei. Durch die Bestäubung können die Pflanzen ihre Früchte und Blüten ausbilden. Das entstehende Obst, Gemüse sowie weitere zum Verzehr geeignete Pflanzen stehen auf unserem Speiseplan und versorgen uns mit Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen.

Ohne die natürliche Bestäubung durch die Insekten wäre der Ernteverlust groß und unsere Nahrungsquellen würden erheblich eingeschränkt werden. Eine künstliche Bestäubung sämtlicher Nutzpflanzen wäre überaus kostspielig und ist zudem nicht mit demselben Erfolg verbunden wie die natürliche. Insekten in ihrer Funktion als Bestäuber sind daher unerlässlich, weshalb sie zu den Nützlingen gezählt werden. Bevor Sie also z.B. ein Wespennest entfernen lassen bedenken Sie: Wespen übernehmen genauso wie etwa Bienen oder Hummeln eine wichtige Aufgabe als Bestäuber.

Bodenverbesserung dank Regenwürmern, Schnecken und Larven

Kräeuter kaufen für Nützlinge

Blüten von Kräutern (hier z.B. die Schnittlauchblüte) nicht direkt abschneiden – Insekten freuen sich sehr über die so wichtige Nahrung!

Damit unsere Pflanzen wachsen und gedeihen können, benötigen sie einen lockeren, humusreichen Boden. Regenwürmer sorgen für eine Auflockerung des Bodens, indem sie diesen mit ihrem Gangwerk durchziehen. Des Weiteren reichern diese ihn mit Nährstoffen an, da sie abgestorbene Pflanzenteile zersetzen, die zu Humus werden. An diesem Prozess sind weitere Tierarten wie Schnecken und Käferlarven beteiligt. Ohne die Unterstützung durch die Bodenlebewesen würde die Zersetzung deutlich länger dauern. In dieser Zeit kann es passieren, dass im Boden enthaltene Pilzsporen sich aufgrund des Fäulnisprozesses vermehren. Die Folge wären von Pilzkrankheiten befallene Pflanzen. Sie müssten aufwändig behandelt werden und sind im schlimmsten Fall nicht mehr zu retten. Regenwurm, Schnecke und Co. können dies in den meisten Fällen verhindern.

 

Weltbienentag • 20. Mai

Nützlinge gegen Schädlinge erfolgreich einsetzen

Wie lege ich einen Nützlingsgarten an?