Schnecken

Schnegel (Limacidae)

 Schnegel / Tigerschnegel / Großschnegel / Egelschnecke (Limacidae)

Kennzeichen des Schnegels

Nacktschnecken sind nicht gerade beliebt unter Gartenbesitzern und -besitzerinnen. Die Spanische Wegschnecke breitet sich in Europa stark aus und verdrängt dadurch einheimischen Wegschneckenarten.

Schnegel gehören jedoch zu einer anderen Schneckengruppe und haben mit den Wegschnecken nur wenig Gemeinsamkeiten. Schnegel weisen eine schlanke Körperform auf und können bis zu 25 cm lang werden. Man erkennt sie zumeist an der dekorativen Tigerzeichnung. Sie werden auch Tigerschnegel, Großschnecken oder Engelschnecken genannt.

So leben Schnegel

Schnegel sind nachaktive Tiere, die aber bei feuchtem Wetter und bedecktem Himmel auch am Tage unterwegs sein können. Sie sind erst nach eineinhalb Jahren geschlechtsreif und besitzen dann weibliche wie männliche Geschlechtsorgane, was sie zu Zwittern macht.

Diesen Nutzen bringen uns Schnegel

Auch wenn sie den „typischen“ Nacktschnecken sehr ähnlich sehen, so richten sie im Gegensatz zu diesen keinen Schaden an und sind damit keine Schädlinge im Garten. Im Gegenteil: Vielmehr fressen viele Arten sogar die Eier anderer Schneckenarten und schützen so Ihr Gemüse vor ungebetenen Gästen. Sie schrecken auch nicht davor zurück, Wegschnecken anzugreifen und diese zu verspeisen.

So können Schnegel im Garten angesiedelt werden

Man trifft Schnegel vor allem in naturbelassenen Gärten an. Ideal sind auch schattige, feuchte Stellen unter Gehölz, die mit Reisig oder Laub überschüttet werden. Um Schnegel am idealen Ort anzusiedeln, sollte der Unterschlupf in der Mitte des Nutzgartens angelegt werden. Die Tiere bewegen sich nämlich lediglich in einem Radius von 5 bis 10 m um ihren Unterschlupf. Im Winter ziehen sich die scheuen Tiere in Erdhöhlen und unter Totholz zurück. Da sie relativ kälteunempfindlich sind, verlassen sie an warmen Wintertagen sogar ihr Versteck.

Davon ernähren sich Schnegel

Neben den Schneckeneiern der Nacktschnecke fressen Schnegel Moos, Algen und Flechten. Ebenso auf dem Speiselan stehen die gefräßigen Wegschnecken. In den seltensten Fällen fressen die Schnegel Salatblätter an, wenn keine ausreichende Beute in der Nähe vorhanden sein sollte.

Interessante Zusatzinformation über Schnegel

Schnegel werden umgangssprachlich auch als „Hariboschnecken“ bezeichnet. Grund dafür sind die drei Felder, die man auf der Laufsohle der Schnecken erkennen kann. Wie bei der Haribo-Colorado-Lakritz sind diese außen schwarz und in der Mitte hell.

Rund um den Naturgarten

Nützlinge unter der Lupe

Weinbergschnecken (Helix pomatia)

Weinbergschnecke (Helix pomatia)

Kennzeichen der Weinbergschnecke

Die Weinbergschnecke ist in erster Linie an ihrem großen Haus zu erkennen. Mit einer Höhe von bis zu 5 cm zählt die Weinbergschnecke zu den größten heimischen Land-Gehäuseschnecken. Das Haus ist in einem hellen Braunton gefärbt und der Körper ist matt-grau.

So leben Weinbergschnecken

Die Weinbergschnecke hält sich gerne in nicht zu dichten Wäldern, an offenen Lebensräumen und in Gebüschen auf. Sie bevorzugt nicht zu trockenen Böden.

Im Gegensatz zu anderen Schnecken ist diese Art auch tagsüber aktiv. Vor allem an feuchten und bewölkten Tagen können sie beobachtet werden. Beginnt die Paarungszeit, ist dies ein beeindruckendes Schauspiel. Die als Zwitter veranlagten Tiere benötigen vom Liebesspiel bis zur eigentlichen Paarung teilweise mehrere Stunden. Schlussendlich wird der Liebespfeil der einen Schnecke in die andere gestoßen und es kommt zur Begattung. Die Eier werden in gegrabene Erdlöcher abgelegt und sich selbst überlassen. Wenn die Jungtiere die Eihülle verlassen haben und den Weg an die Erdoberfläche gefunden haben, beginnt ihr erstes Lebensjahr. Bei Trockenheit im Sommer oder Kälte im Winter sucht sie ein passendes Versteck auf, wo sie in einer Art Ruhezustand Energie spart.

Diesen Nutzen bringen uns Weinbergschnecken

Weinbergschnecken fressen die Eier der gefürchteten Nacktschnecken, die sich daher in der Folge nicht mehr an Ihrem Gemüse vergreifen können. Weiterhin verspeist die Weinbergschnecke auch totes Pflanzenmaterial. Sie sorgt so für einen verbesserten, nährstoffreicheren Boden.

So können Weinbergschnecken im Garten angesiedelt werden

Offene Lebensräume werden von der Weinbergschnecke bevorzugt. Daher fühlt sie sich auch in lichten Gärten sehr wohl. Ist zudem der Boden kalkreich und bietet warme Plätzchen, bleibt die Weinbergschnecke gerne. Wer ihr ausreichend Nahrung bieten möchte, kann einen Teil der abgestorbenen Pflanzenteile liegen lassen.

Davon ernähren sich Weinbergschnecken

Weinbergschnecken fressen Moos, Algen, Flechten und allerlei abgestorbene Pflanzenteile. Darüber hinaus vertilgen sie die Eier der Nacktschnecke.

Interessante Zusatzinformation über Weinbergschnecken

In Gefangenschaft bzw. im Labor haben Weinbergschnecken bereits das hohe Alter von 30 Jahren erreicht. In der Natur versterben sie deutlich eher.